Am Anfang war das Wort und dann brauchte der Mensch Licht, fließend Wasser und Internet. Das ist nur die Spitze des Komforts, wenn man sich einrichtet. Ein Umzug, besonders in ein anderes Land, gibt nicht nur die Chance auf einen neuen Anfang, sondern dass man alles so machen kann wie man es möchte. Nutzen wir die Chance.

Selbst wenn Räumlichkeiten stimmen und alles perfekt scheint, so ist man in den ersten Tagen nach dem Umzug in Kartons zu Hause. Man möchte sich wieder einrichten, hat das Nötigste und stellt fest, dass das alles nicht passt. So war es auch bei uns. Das Regal zu klein, die Ecke schief oder auch ein Nagel, der nicht in der Wand gehalten hat. Der Traum vom perfekten Zuhause war erstmal abgewählt.

Aber man wird erfinderisch und man kann lernen, dass man sich sein Leben selbst baut. Ich stehe auf ein gemütliches Zuhause. Ich kann persönlich nicht verstehen, wie man sich in einem Zuhause wohlfühlen kann, wo alles steril wirkt. Die Möbel sollten schon passen, wenn es geht zueinander, aber man sollte sich nicht wie auf Besuch fühlen. Wenn man Angst hat, dass ein Fleck auf die Couch kommen könnte.

Nur mal so am Rande, wenn man Kinder hat, dann erledigt sich die Angst von selbst, weil es passiert einfach und die Welt dreht sich weiter 😊.

Wir hatten nicht viel aus Deutschland mitgenommen. Ein Bett, eine Couch ein Fernseher und dann wird schon gut gehen. Wir wollten, dass wir uns eine Wohnung erschaffen, die uns gefällt und nicht nur zusammengewürfelt ist. Aber nun mach das mal mit wenig Geld.

War einfacher als gedacht. Denn das wichtigste Rezept ist Geduld. Wir haben einen Ofen, der warm macht, Heizung, einen Herd zum Kochen, Strom und Wasser.

Auch heute noch nach zwei Jahren. Man lernt Abstriche zu machen und nach dem richtigen zu suchen. Wir haben unsere Möbel nicht neu gekauft, sondern gebraucht. Dafür haben wir aber auch für eine komplette Einrichtung im Wohnzimmer keine 200 Euro bezahlt und wenn man das sieht würde einem das keiner glauben. Eine echte Ledercouch. Gut sie hat einen Makel, aber es ist ein Bezug darauf, dass auch die Kinder mal was verschütten können.

Decke wird gewechselt und gut. Möbel werden angepasst oder selbst gebaut oder zweckentfremdet. Man sollte sich seinen eigenen Luxus schaffen und sich nicht von Katalogen oder Werbung beeinflussen lassen. Man kann alles auch ohne einen Kredit schaffen und macht die Anschaffungen nach und nach. Das ist kein Problem.

Auch wenn ein Karton ein paar Monate steht, dann tut er das. Wichtig ist aber auch, dass man sich nochmal bewusst mit dem auseinandersetzt, was man mitgenommen hat. Wir mussten feststellen, dass wir Sachen mitgenommen haben, die eigentlich keine Bedeutung für uns hatten. Wir hatten sie mal gekauft, ein bisschen genutzt und dann lagen sie eben da. Wir haben unser Leben entrümpelt und auch wenn es nicht umweltfreundlich ist, man sollte den Mut zum Wegwerfen haben. Ganz einfach. Man trennt sich von Dingen, die man nicht mehr gebrauchen kann.

Sind sie noch in Ordnung? Dann kann man sie verkaufen. Oder man besucht mal einen Flohmarkt? Ist auch eine gute Möglichkeit die ersten Kontakte zu knüpfen. Wenn man seine Ansprüche nicht allzu hochschraubt, dann hat man die Chance, dass man neu anfangen kann. In allen Belangen. Und Komfort ist die Situation, wenn man sich selbst wohlfühlt und glücklich ist. Dann hat man Komfort. Es kommt nicht auf den Preis oder die Marke an. Ein Zuhause muss mit Leben gefüllt sein und vor allem muss man sich freuen nach Hause zu kommen.

Warum nicht mal eine Veränderung wagen?

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