Auswandern für Anfänger

Auswandern kann so einfach sein

Auto im Ausland anmelden – Jetzt wird’s lustig

Wenn man auswandert, dann möchte man ja auch gern des Mannes liebstes Spielzeug mitnehmen. Das Auto. Aber man denkt mit Sicherheit nicht dran, dass man da auch einiges beachten muss. Wenn man nämlich auf Dauer im Ausland bleibt, muss das Auto auch im Land angemeldet werden. Hier gibt es dann zwei Möglichkeiten, wie man auch im Ausland mobil sein kann.

 

  1. Man nimmt das eigene Auto mit

In diesem Fall freut sich dann wieder gewaltig der deutsche Amtsschimmel. Denn es ist gar nicht so einfach, dass man sein Auto ins Ausland bekommt. Man kann nicht einfach auswandern und meldet dann dort sein Auto um. Inzwischen ist es zwar möglich, dass man sein Auto auch online abmelden kann, aber das lohnt sich nur innerhalb von Deutschland, denn sobald man die Landesgrenzen verlässt, muss das Auto auch überführt werden. Das wird ein Spaß. Wenn man sich auf der Zulassungsstelle einfindet, dann sollte man sich bewusst sein, dass man dort erstmal einen Batzen Geld los wird. Das Auto muss nicht nur in Deutschland abgemeldet werden, sondern man braucht auch ein Überführungskennzeichen. Dieses ist witziger Weise nicht nur zeitlich begrenzt, sondern man bekommt auch nur ein Kennzeichen. Dieses wird an der Vorderseite angebracht. Wenn man sich dann noch mit dem Auto in Deutschland bewegt und man gerät in eine polizeiliche Kontrolle, dann darf man jedes Mal erklären, warum man denn nur ein Kennzeichen hat. Ist ja nicht so, dass das die Beamten wissen könnten. Man muss sich immer wieder rechtfertigen. Praktischerweise sind in diesem Preis für die Überführung, aber auch gleich die Versicherungskosten für diesen Zeitraum enthalten, dass man es sich nicht noch antun muss, dass man auf der Versicherung extra noch etwas abschließen muss. Wichtig ist, dass man dann aber auch die alte Versicherung kündigt, dass man nicht doppelt zahlt.

Weiter geht es dann in Richtung Ausland. Das Ziel aller Ziele. Hier darf man dann sein Auto gleich wieder anmelden. Das unterscheidet sich von Land zu Land und man sollte sich im Vorfeld gut informieren, welche Kosten da auf einen zukommen können. In Frankreich läuft es folgendermaßen ab: Man muss mit den Papieren, die man in Deutschland erhalten hat auf die Zulassungsstelle in Frankreich gehen. Dort bekommt man dann ein französisches Kennzeichen, kann das Auto anmelden und zahlt gleich noch die Steuer für das Auto mit. In Frankreich wird diese nur einmal bei der Anmeldung gezahlt. Um welche Gebühren es sich handelt, kann man online bereits einholen, weil dort aufgeführt ist, welches Auto wie viel kostet. Witzigerweise muss man aber davor noch zum französischen TÜV. Der Technique Controle. Hier kann man dann einen fränzösischen TÜV-Prüfer über die Schulter schauen. Auch wenn der deutsche TÜV ganz frisch ist, brauchen die jeweiligen Behörden meist eine Bescheinigung der inländischen Prüfstelle. Nach gefühlten zwanzig Stunden kann man dann mit seinem Auto wieder legal fahren. Klingt eigentlich einfach, ist es auch. Aber man wird mir vielen Dingen konfrontiert, die gar nicht einfach erscheinen. Wenn die Zulassungsstelle schon sieht, dass man mit einem fremdländischen Auto kommt, dann können die schnell mal in Panik geraten, da sie das nicht so oft machen. Aber keine Angst, bis jetzt hat es jeder hinbekommen.

Es gilt aber zu beachten, dass man nur ein Auto überführen darf, dass nicht mehr abbezahlt wird. Wenn man noch in einem Leasing oder in einer Finanzierung hängt, dann muss das Auto bis zur vollständigen Bezahlung in Deutschland gemeldet und versichert bleiben.

Das Versichern des Autos läuft dann auch wie in Deutschland ab. Man kann die Versicherung online oder in einer Filiale abschließen und auch wählen in welchem Rhythmus man die Beiträge zahlen möchte.

 

             2. Man kauft das Auto in der neuen Heimat

Da haben wir unsere Erfahrungen machen müssen, denn nachdem das zweite Kind geboren war, war unser kleiner Flitzer eindeutig zu klein. Kinderwagen und Kinder hätten zwar gepasst, aber meine Einjährige fahren lassen wollte ich dann auch nicht. Und die Kinder aufs Dach schnallen, sehen die Polizisten auch nicht so gern. Also mussten wir uns nach einem größeren Pampersbomber umsehen.

Nach gefühlter jahrelanger Suche haben wir dann das Objekt der Begierde gefunden. Wir haben es gekauft, bar bezahlt und sind danach schnell zur Versicherung und haben uns für den Übergang eine Versicherung machen lassen. Das Lustige in Frankreich ist: Wunschkennzeichen ist nicht. Auch da sollte man sich immer informieren, wenn man in der neuen Heimat ein Auto kaufen will. Den Komfort wie in Deutschland bieten die meisten nicht. Allerdings hat man auch in Frankreich dann vier Wochen Zeit das Auto umzumelden. Ist auch kein Problem. Man behält das Kennzeichen, der Verkäufer hat einen Kaufvertrag und kann beweisen, dass ihm das Auto nicht mehr gehört. Der Fahrzeugschein in Frankreich ist auch gleich der Fahrzeugbrief und dieser wird bei jeder Ummeldung neu ausgestellt.

Gut wir hatten nun ein Auto gefunden und waren froh, dass es so gut in Schuss war. Ein bisschen Öl musste noch rein, aber dank unseres Nachbarn, der sich das Auto mir angeschaut hatte, haben wir nicht die Katze im Sack gekauft. Da wir nun recht viel arbeiten mussten, hatten wir erst auf den letzten Drücker Zeit, dass das Auto umgemeldet werden konnte. Also sind wir zur Zulassungsstelle gefahren und haben die Ummeldung beantragt. Das war auch alles in Ordnung. Es war ein gültiger Ausweis da, ein Kaufvertrag und auch der Fahrzeugbrief. Auch der TÜVbericht war vorhanden. Aber der Witz war, dass für die Ummeldung der TÜV nicht älter sein darf als sechs Monate. Juhu, wir waren genau fünf Tage drüber, also durften wir nochmal zum TÜV. Pünktlich zum Termin begann die Airbagleuchte zu blinken und wir waren uns sicher, dass er auch noch mehr finden würde und wir würden keinen TÜV bekommen. Leicht aufgeregt schlugen wir dort auf.

Die Aufregung war unbegründet. Alles perfekt und die Leuchte wurde zwar bemängelt, aber machte nichts an der TÜV-Bescheinigung. Wieder auf die Zulassungsstelle. War ja nicht so, dass es immer gleich 40 Km Strecke bis dahin waren. Aber dann ging alles ganz schnell. Rein, kurz gewartet und das Auto angemeldet, während meine Tochter auf meinem Schoß noch den Schreibtisch der Bearbeiterin vollmalte. Nebenbei unterhielten wir uns noch auf meinem gebrochenen Französisch miteinander und es stellte sich heraus, dass ihre Großeltern Deutsche waren und sie ein paar Bruchstücke konnte.

Wie man sieht, es kann alles so einfach sein und dabei kann man auch noch Spaß haben. Oder aber man ist so chaotisch wie wir und macht einfach mal. Aber wir haben es auch geschafft. Und das mit Bravour. Es bietet sich aber immer an, dass man sich alle Informationen einholt, die man nur haben kann, das erspart einem den ein oder anderen Weg.

Benötigt Ihr Hilfe beim Ummelden eures Fahrzeuges oder habt ihr Fragen und Anmerkungen? Dann meldet euch einfach an und hinterlasst eure Frage :)!

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