Im Rahmen der Blogparade haben wir die Chance erhalten, worüber wir uns sehr freuen und wofür wir auch herzlich Daniela vom Blog rassambla danken, dass wir euch mal einen Einblick geben können, wie denn die Wahl bei uns so abläuft, da wir nicht mehr in Deutschland leben.

Dazu sollten wir vielleicht einen groben Abriss geben. Wir sind vor zwei Jahren nach Frankreich ausgewandert und zu meinen Schwiegereltern ins Haus gezogen. Das Schöne daran ist, dass wir uns nicht um ein Haus kümmern mussten und wir haben auch einen richtig schönen Platz im Grünen. Aus Deutschland sind wir weg, weil wir keine Perspektive mehr gesehen haben. Die Entwicklungen am Arbeitsmarkt, aber auch das Lebensgefühl hat nicht dem entsprochen, was wir gern leben wollten. Daher haben wir uns entschlossen, dass wir den mutigen Schritt wagen und mit wenig Balast und einem Kind im Bauch nach Frankreich gehen.

Ich (Franziska) muss dazu erwähnen, dass mein politisches Interesse nicht das größte war, bis ich meinen Mann und meinen Schwiegervater auf einem Haufen hatte. Ich bin nicht wählen gegangen und war auch nicht der Meinung, dass ich mit meiner Stimme hätte was verändern können. Aber da sich nun auch die Lage in Deutschland ein bisschen geändert hat und eine gewisse politische Ansicht immer mehr in eine Richtung bewegt, die vor einigen Jahrzehnten schon einmal alles kaputt gemacht hat, habe auch ich mich dazu entschlossen, dass ich meine Stimme abgeben werde. Natürlich sind auch einige Beweggründe, dass Wahlen in anderen Ländern (Übersee) Menschen an die Macht bringen, wo selbst ich unwissendes Wesen etwas besser machen würde als die, die dafür bezahlt werden. Aber ich will ja nun nicht meine Ansicht proklamieren, sondern beschreiben, wie wir die Wahl hier in Frankreich erleben.

Mit dem Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit und vor allem dem Besitz der Volljährigkeit ist man zur Wahl berechtigt. Da wir aber nun unseren Wohnsitz im Ausland haben, mussten wir einige Umwege gehen, dass auch wir unsere Stimme abgeben konnten. Interessant ist, dass in diesem Fall nicht die deutsche Botschaft zuständig ist, sondern man auch die Briefwahl auf eine andere Art und Weise bewältigen kann. Wir mussten uns zunächst bei der Gemeinde in Deutschland melden, wo wir als Letztes gemeldet waren. Dort hatten wir ganz schnell von einer netten Mitarbeiterin erfahren, dass wir zunächst einen Antrag stellen mussten, der uns für die Eintragung ins Wahlregister befähigt.

Folglich schickte sie uns ein paar Tage später die Vorlage, aber wir hatten diese Vorlage auch schon im Internet gefunden. ( Hier findet ihr den Link dazu)

Diese füllten wir dann alle aus. Sowohl wir beiden als auch seine Eltern. Wir mussten die korrekte Ausweisnummer angeben, wobei wir froh waren, dass der neue Ausweis von Jonas dann schon angekommen war, denn so konnten wir die gültige Nummer angeben. Dann schickte wir alles nach Deutschland. Das war schon im April.

Etwa eine Woche später erhielten wir Nachricht, dass die Briefe angekommen waren und wir im Wahlregister einen Platz gefunden hatten. Die Wahlunterlagen an sich würden aber frühestens sechs Wochen vor der Wahl vom Bundeswahlleiter ausgegeben werden. Gut, wir in Frankreich hatten dann noch ausreichend Zeit uns zu entscheiden, aber wie machen das bitte andere, die nicht in der EU wohnen und wo es mal schnell ein paar Wochen dauern kann bis die Post angekommen ist? Wir wissen es leider nicht, aber bei uns ging alles glatt und wir hatten die Zeit ausgiebig über die Wahl zu disskutieren und Wahlprogramme zu Studieren.

Wir hörten nun viele Monate nichts mehr von der jungen Frau und als wir uns entschlossen hatten bei ihr nachzufragen, dass war der 20.08.2017, da erfuhren wir einen Tag später, dass die Unterlagen nun endlich eingetroffen waren und wir sie schnell bekommen würden.

Tatsächlich, wenn auch ungewöhnlich, dauerte es nur drei Tage und wir erhielten unsere Wahlunterlagen. Darin fand sich der Wahlschein, den wir unterzeichnen mussten, dass alle unsere Angaben richtig waren und wir an der Wahl teilnehmen wollen. Weiterhin zwei Rückumschläge in Blau und Rot und natürlich der Stimmzettel.

Schnell entschlossen wie ich (Franziska) bin, öffnete ich meinen Umschlag direkt und musste ein bisschen schmunzeln, denn unsere Frau von der Gemeinde nahm es sehr genau. Das auch wirklich nichts schiefgehen konnte, hatte sie sich die Mühe gemacht die Zettel mit kleinen Post-Its zu versehen, dass wir auch nichts falsch machten und natürlich auch nicht vergaßen, dass eine Briefmarke auf den Umschlag musste.

Gut da hatte sie auch ein bisschen Recht, denn es ist innerhalb von Deutschland nicht notwendig, dass man den Brief mit den Wahlunterlagen frankieren musste. Ich grub mich schon mal gründlich durch die Anleitung und wollte nichts falsch machen. Mein Mann ist da schon ein bisschen frech, denn der meinte, dass ich ja nicht vergessen sollte den Stimmzettel zu unterschreiben. Ich denke, dass einige Wähler das wirklich glauben würden, aber ich bin ja nun nicht so auf den Kopf gefallen :).

Ich machte meine beiden Kreuze, tütete den Stimmzettel in den Wahlumschlag und steckte diesen mit dem unterschriebenen Wahlschein zusammen in den Rückumschlag. Und so hab ich das erste Mal in einem Leben gewählt und das nicht, weil ich ein ausgeprägtes Interesse an Politik hatte, sondern weil es mir ein Bedürfnis war, dass gewisse Dinge einfach nicht mehr passieren sollten.

Alle anderen aus der Family haben sich noch nicht entschieden und werden wahrscheinlich noch das TV-Duell abwarten, weil sie vielleicht da noch etwas sehen können, was ihre Entscheidung beeinflusst. Dank Satelliten-Fernsehen haben wir auch schön deutsches Fernsehen und bekommen alles mit.

Ich für meinen Teil habe nun meine Bürgerpflicht getan und hoffe, dass es auch viele andere machen und die Augen offen halten. Ich bin der Meinung, dass man nicht immer politisch interessiert sein muss, um auch wirklich eine Wahl treffen zu können, aber wir sollten an das denken, was uns vielleicht passieren könnte und vor allem an das, was schon mal passiert ist. Wenn man seine Geschichte und die des Landes verstanden hat, dann sollte man sich nicht mehr daran aufhängen, dass Politiker irgendetwas versprechen, dass sie dann vielleicht nicht halten können, sondern man sollte die Augen aufmachen und sehen, wie der Trend sich entwickelt und mit seiner Stimme ein Zeichen dafür setzen, wofür man ist und nicht wogegen. Nicht um des Gesetztes oder des Geldes willen, sondern um unser aller Frieden Willen.

Also wandern wir in der nächsten Woche zur Post und geben auch unsere Stimme ab.

Wir wollen euch mit unserem Beitrag zu der Blogparade #BloggerfuerBTW keinesfalls von einer meinung überzeugen oder euch versuchen umzustimmen. Wir sind der meinung das eine Demokratie möglichst so viel Facetten haben sollte wie möglich, wir wollen lediglich euch verdeutlichen wie wichtig es ist wählen zu gehen. Und wie schon erwähnt es geht nicht darum das die Partei die ihr wählt groß oder klein ist, es geht auch nicht darum ob sie besonders Links oder besonders Rechts ist. Es geht darum das ihr eine Partei findet die eure Ideale und eure Meinung vertritt nur so könnt ihr ein Zeichen setzen.

Also geht Wählen….

Wenn ihr im Ausland seid ruft so schnell es geht (am besten jetzt) bei eurem letzten Einwohnermeldeamt in Deutschland an. Das Fomular zur eintragung ins Wahlregister findet ihr hier .

Für alle die noch in Deutschland wohnen: Ihr bekommt bis zum 03.September eine Wahlbenachrichtigung. Ihr müsst nichts weiter machen als am 24. September bis 18 Uhr mit eurer Wahlbenachrichtigung in euer Wahllokal gehen und dort eure 2 Stimmen abgeben. Es tut nicht weh und Ihr braucht höchtens 10 Minuten.

Für alle die noch unentschieden sind…

hier  gibt es den Wahl-o-mat. Beantwortet einfach die 38 kurzen Fragen, sucht euch 8 Parteien raus die für euch in Frage kommen und der Wahl-o-mat findet die höchste übereinstimmung raus.

In diesem Sinne verschenkt eure Stimme nicht und geht zur Wahl!

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