Herzlich Willkommen im Elternblog

Ich weiß, dass man es als Eltern oft nicht leicht hat und gerade, wenn man den großen Schritt gewagt hat, Deutschland zu verlassen, dann fühlt man sich sehr oft allein und weiß nicht mehr weiter. In diesem Blog möchte ich euch zeigen, wie wir das mit den Kindern auf die Reihe bekommen und das eigentlich nichts so schlimm ist, wenn man es mal von Weitem betrachtet.

Ich will mit Sicherheit nicht sagen, dass ich eine perfekte Mutter bin und ich will auch nicht behaupten, dass meine Kinder die besten sind und dass alles, was ich mache, richtig ist. Aber wenn ich eines in der Zeit hier gelernt habe, dann ist es das, dass man sich immer auf sein Gefühl verlassen sollte und das ist auch das Thema des ersten Beitrags.

In der heutigen Zeit wird man immer mehr in eine perfekt geplante Welt gedrängt. Ein Kind kommt meistens nicht mehr einfach auf die Welt, sondern es wird bewusst geplant. Schon bevor man eigentlich schwanger ist, macht man sich Gedanken, was man alles braucht und vor allem, ob man das alles hinbekommt.

Guter Ansatz, aber in der Praxis sieht es dann komplett anders aus. Denn auch wenn der Schrank gut gefüllt scheint und auch alles da ist, was Baby braucht, dann sind die Eltern doch das Wichtigste. Ein Baby braucht in erster Linie seine Eltern. Es braucht Zuwendung, Liebe und es muss sich in allen Belangen auf uns verlassen können. Klingt leichter als es ist, denn auch wenn man schon einige Erfahrungen durch die Familie oder Freunde machen durfte, dann ist beim eigenen Kind alles anders.

Und genau in diesem Moment sitzt man dann in der neuen Heimat und telefoniert stundenlang mit den Angehörigen in Deutschland, ob sie einen Rat wissen. Denn das Baby schreit andauernd. Man hat es gefüttert, gewickelt, man hat es geschaukelt und sein Bett ist sauber. Was soll man noch tun? Oder das Baby hat Fieber. Alle Eltern haben die gleiche Panikreaktion, denn man muss sofort zum Arzt gehen. HALT!

Genau hier ist Stop. Liebe Eltern, es bringt eurem Baby gar nichts, wenn ihr stundenlang telefoniert und euch einen Ratschlag nach dem anderen einholt. Euer Kind braucht euch. Die meisten Mütter werden wissen wovon ich rede. Denn wir erkennen sofort, wann unser Baby Hunger hat und wann es Schmerzen hat und wann etwas anderes nicht stimmt. Was für andere kaum merklich ist, ist für uns eindeutig. Babys können noch nicht reden, aber sie können schreien. Und je nachdem, was mit ihnen ist, hat das Geschrei eine vollkommen andere Tonlage.




Lasst es einfach zu und verlasst euch auf euer Gefühl. Wenn ihr meint, dass das Baby Hunger hat, dann füttert es. Und haltet euch nicht an irgendeinen Fütterungsplan. Hat Baby Hunger, dann bekommt es etwas und hat es nach der vorgeschriebenen Portion noch Hunger, dann gibt es noch was. Und dann passt einfach die Flaschengröße auf seinen Hunger an. Lasst euch nicht in einen Plan zwängen. Sondern vertraut eurem Gefühl.

Wenn euer Baby Fieber hat, dann hat es Fieber. Aber wenn die Temperatur bei 37,7°C liegt, dann ist das kein tödliches Fieber, sondern das Immunsystem baut sich auf. Beobachtet es einfach. Hält es länger als drei Tage an, dann könnt ihr zum Arzt gehen oder wenn es sehr schnell steigt. Helft eurem Baby in der Nacht und gebt ihm etwas Fiebersenkendes, dass es schlafen kann. Aber übertreibt es nicht mit den Medikamenten. Babys Gesundheit muss sich auch erst entwickeln und der Körper muss lernen.

Und ganz wichtig, euer Baby wird nicht durch Lampen, Spieluhren oder Spielzeug glücklich, sondern dadurch, dass ihr da seid und vor allem, dass ihr ihm zeigt, dass ihr ihm damit helfen wollt. Redet mit eurem Kind und legt es nicht einfach ins Bett und dann ist gut. Ein Baby versteht euch und wenn ihr ihm erklärt, warum ihr was, wie macht, dann ist das auch vollkommen in Ordnung. Und noch wichtiger ist, dass ihr eurem Baby auch sagt, was ihr wirklich denkt.

Als Eltern gelangt man schnell an seine Grenzen und meint den ganzen Druck nicht mehr gewachsen zu sein. Lasst es zu und erzählt es auch eurem Kind. Wenn ihr nicht gut drauf seid und eure Probleme versteckt, dann wird euer Baby das merken und umso mehr Probleme werden kommen.

Babyzeit ist nur der Anfang und außer Essen, Schlafen und sehr vielen Schmerzen muss ein Baby vermeintlich nichts ertragen. Zähne und wachsen, alles tut weh. Aber euer Baby bekommt alles mit. Lasst es teilhaben und weint auch mal, wenn ihr bei ihm seid, wenn ihr weinen müsst. Das prägt euch und bindet euch.



Kinder müssen beschützt werden, aber man darf ihnen nie vormachen, dass alles in Ordnung ist, denn das ist es nicht. Selbst, wenn euer Kind später mal hinfällt, dann kann es sich verletzen und das tut weh. Das ist der Lauf der Welt und das haben wir alle durch. Wir dürfen unsere Kinder nicht in Watte packen, wir müssen für sie da sein. Das ist das Wichtigste und sie auch an unserem Leben teilhaben lassen. Euer Baby wird es verstehen und euch auch zeigen, was es hat, wenn es man selbst nicht mehr weiß, was es noch machen soll.

Vertraut auf eure Intuition und vor allem bewertet nicht alles über. Wartet einen Moment ab und haltet nochmal inne. Vieles löst sich von selbst. Was noch auf euch zukommen kann und wird, das werden wir euch in den nächsten Beiträgen immer wieder vor Augen halten. Wir geben euch mit Sicherheit nicht vor, was ihr mit euren Kindern machen sollt, aber vielleicht hilft es euch, dass alles nicht gleich panisch betrachtet wird und ihr eure Zeit in der neuen Heimat auch genießen könnt.

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