Da setzt man sich auf eine Bank und versucht französisch zu lernen. Ist ja nicht schwer, denkt man sich. In der Schule habe ich das ja auch ohne Probleme hinbekommen. Naja gut, so einfach war und ist es dann doch nicht. Aber warum zur Hölle hatten wir uns gedacht, dass alle Franzosen sprechen wie es im Wörterbuch steht? Witz komm raus, du bist umzingelt. Sollen wir euch mal was verraten? Dorfdeutsch ist schrecklich, aber was passiert, wenn andere auch ihren Dialekt haben im Ausland und man dann gar nicht mehr versteht? Wir verraten es euch.

“Wo die Hasen Husen hesen und die Husen Hasen hesen.” Den Spruch kennt bestimmt jeder von euch. Denn kein Spruch beschreibt es so gut, wenn man in Deutschland unterwegs ist und auf die Dörfern oder auch in anderen Gegenden auf einmal die eigene Sprache nicht mehr versteht. Wir können ein bissl dorfdeutsch und ihr?

In Deutschland gibt es viele Dialekte und Mundarten. Aber wenn man auswandert, dann rechnet man ja nicht als erstes damit, dass es das da auch geben könnte. So ging es aber uns.

Wir sind nun schon zwei Jahre hier, aber an manchen Tagen fühlen wir uns immer noch wie am aller ersten Tag. Hier in Südwestfrankreich gibt es das occitane. Das ist eine Art der Mundart und eine veraltete Sprache. Wenn man da mit seinem Schulfranzösisch kommt, dass man ja brav aus dem Wörterbuch auswendig gelernt hat, dann steht man da und versteht nichts.

Ja wir waren viel unterwegs und wir haben gerade beim Einkaufen sehr viele Bezeichnungen neu gelernt und wussten endlich was damit anzufangen und dann kam unser Nachbar und wollte ein Domino. Ah ja. Kennen wir als was zu essen und wenn es gut geht und man ein bisschen Kinderstube hatte, dann kann man auch mit dem Spiel was anfangen.

Egal der Nachbar wollte weder das eine noch das andere, sondern ein Domino. Keiner wusste etwas damit anzufangen und dann wurde es lustig. Unser Nachbar wird schon die ein oder anderen Male gedacht haben, Gott sind die blöd. Wir haben geschaut wie die Kuh vorm neuen Tor und konnten nichts mit dem anfangen was er wollte. Also flitzte er los in die Werkstatt und suchte sich selbst das Domino. Klar, das ist hier auch normal. Er fragt, ob er was haben kann und dann sucht er sich es selbst raus. Meistens bringt er es auch wieder zurück, aber dazu kommen wir mal wann anders.

Als er es wiederbrachte und uns zeigte, da wussten wir, dass ein Domino eine Lüsterklemme ist. Hatten wir noch nie gehört und wir freuten uns, dass wir wieder was gelernt hatten.

Haha, denkste. Als wir das nächste Mal einkaufen waren, schauten wir mal nach einem Domino. Das war alles nur kein Domino. Bald hatten wir herausgefunden, dass auf den Dörfern auch oft eine andere Sprache herrschte und man sich daran erstmal gewöhnen musste.

Inzwischen kommen wir ganz gut damit zurecht und der Nachbar weiß auch, dass er nicht alles sagen kann, weil wir sonst kein Wort verstehen, aber manchmal auf Festen oder auch auf dem Rummel werden wir wieder damit konfrontiert und haben keine Ahnung. Das ist dann immer nicht so berauschend, aber in diesen Momenten denken wir dann immer an Deutschland zurück und daran, dass viele auch mit unserer Mundart ein Problem hatten.

Liebe Auswanderer und die, die es noch wollen. Lasst den Kopf nicht hängen. Man gewöhnt sich an alles und vor allem, wenn ihr zu verstehen gebt, dass ihr was nicht verstanden habt, dann erklären es euch die Leute auch wirklich gut. Da braucht ihr keine Bedenken haben. Ermutigt euch immer wieder dazu auch mal das zu sagen, was so in der Umgangssprache angewendet wird und ihr werdet sehen, dass es gar nicht so schlimm ist, gelle?

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