Wenn man schwanger oder in der Elternzeit auswandert, dann kann es zu einigen Komplikationen kommen, vor denen man zwar keine Angst haben sollte, aber es ist besser, wenn man weiß, was passieren kann.

Schwanger auswandern

Unsere Entscheidung, dass wir noch in der Schwangerschaft auswandern hatte sich darauf begründet, dass wir uns die Zeit offen halte wollten, dass wir eine Chance haben das Leben in der neuen Heimat zu testen. Wenn vielleicht etwas nicht geklappt hätte, dann wären wir vielleicht wieder nach Deutschland zurück oder was auch immer.

Franziska war seit Beginn der Schwangerschaft im Beschäftigungsverbot, weil Sie in der ambulanten Pflege gearbeitet hat und da laut Arbeitsschutz die Risiken für eine werdende Mutter zu groß sind. Sie musste aber auch feststellen, dass Sie mit den Jahren, die sie als Krankenschwester verbracht hat, immer mehr die Erfahrung gemacht hat, dass sie das auf Dauer nicht mochte.

Um Gottes Willen, ich (Franziska) bin nicht arbeitsfaul und mein Job hat auch Spaß gemacht, mit den Schichten hatte ich auch nicht das Problem, aber auf Dauer war meine Empathie nicht mehr da und ich konnte auch die Arbeit nicht mehr vergessen. Viele Schicksale sind mir nahe gegangen und auch in der Pflege, wenn man die Patienten dauerhaft betreut, dann kommt der Tag, wo man nicht mehr anders kann und auch eine andere Beziehung zu ihnen aufbaut und sie zu Freunden werden. Man steckt so viel Energie in sie, dass man selbst auf der Strecke bleibt. Und das wurde mir dann auch in der Schwangerschaft klar, denn auch da musste ich noch immer an meine alten Leutchen denken und

wie einige geweint haben, als ich schwanger wurde und ich wusste, dass ich das nicht mehr lange machen kann.

Aber wie ich mich beruflich entscheiden wollte, wollte ich mir bis nach der Elternzeit offen lassen.

Wir sind nun ausgewandert, da war ich im siebten Monat schwanger. Und wir sagen euch eines, das war die beste Entscheidung unseres Lebens. Mit einem Baby wären wir wohl nicht mehr so risikofreudig gewesen.

Kaum waren wir angekommen, mussten wir einiges erledigen, dass jeder machen sollte.

Tipp 1: Dem Arbeitgeber sagen, dass man woanders wohnt:

Das sollte man so schnell wie möglich machen. Innerhalb Europas hat man das Recht, dass man in jedem Land wohnen kann, wo man möchte. Wie das in anderen Ländern ist, sollte man vielleicht auch vorher mit dem Arbeitgeber klären, wenn man noch einen Job in Deutschland hat.

Wichtig ist, dass der Arbeitgeber auch über die Dauer der geplanten Elternzeit direkt nach der Geburt informiert wird. Dieser Antrag muss schriftlich erfolgen und

spätestens zwei Wochen vor Ende des Mutterschutzes eingegangen sein. Der Arbeitgeber darf die Zeit nicht verweigern, wenn alles richtig abgelaufen ist. Wenn es um eine Verlängerung gehen soll, dann muss das auch wieder schriftlich beantragt werden, hier kann der Arbeitgeber unter gewissen Umständen ablehnen.

Tipp 2: Elterngeld bereits abklären:

Das kann man schon in Deutschland machen, denn da ist die Elterngeldstelle zuständig, wo sich der letzte Wohnort befunden hat. Elterngeld gibt es nur, wenn man auch noch ein bestehendes Arbeitsverhältnis in Deutschland oder einen Wohnsitz in Deutschland hat.

Tipp 3: Kindergeld ist dasselbe:

Allerdings wird es hier schon etwas spaßiger. Man muss nicht nur das Arbeitsverhältnis nachweisen, die Herrschaften vom Amt brauchen eine Bestätigung vom Arbeitgeber und eine Bestätigung der Familienkasse vor Ort, dass man dort keine Leistungen bezieht. Diesen Antrag sollte man eigentlich noch direkt im Kreissaal absenden, denn es handelt sich um sehr lange Bearbeitungszeiten.

tipp 4: Die Krankenkasse:

Da man im Mutterschutz eine Leistung der Kasse erhält, muss man darauf achten, dass alle Unterlagen der Kasse vorliegen. Die Bestätigung der Schwangerschaft, das Beschäftigungsverbot, wenn es besteht, aber auch der Nachweis über den mutmaßlichen Entbindungstermin. Daher wäre es wichtig, dass man diesen in deutscher Sprache erhält, dass die Kasse ihn anerkennt. Nur so kann man dann auch im Mutterschutz die Leistung erhalten. Im Nachgang muss auch die Geburt nachgewiesen werden und die Kasse erhält eine Information über die Dauer der Elternzeit.

Nun haben wir zwar alle deutschen Behörden informiert, aber dasselbe sollte auch mit den Behörden vor Ort erfolgen. Man sollte nachweisen, dass das Baby geboren ist und auch, dass man sich in der deutschen Elternzeit befindet und so keine Leistungen des Staates haben will oder braucht.

Wenn die Elternzeit dann ausläuft, sollte man rechtzeitig beachtet, dass man das Kindergeld im Zielland beantragt, denn die deutschen Behörden stellen die Zahlung am Ende der Elternzeit automatisch ein, wenn kein deutsches Arbeitsverhältnis mehr besteht. Besteht das Arbeitsverhältnis aber weiterhin, dann braucht man sich keine Gedanken zu machen.

Interessant wird es nur, wenn man dann auch alle anderen Nachweise vom Kindsvater erbringen muss, das kann die Bearbeitungszeit in die Länge ziehen. Das sollte man auch immer mit Bedenken und nicht erst kurz vor knapp damit beginnen.

Wichtig ist, dass man die Korrespondenz immer schriftlich führt und per Post. Einschreiben wäre noch besser, weil man dann einen Sendungsnachweis erhalten kann. Wir haben das am Anfang nicht gehabt und hatte ein paar Stolpersteine.

Email ist zwar eine feine Sache, aber das funktioniert nur bei unserer Krankenkasse richtig gut, bei anderen Behörden muss ich sagen, dass ich den Brief bevorzuge.

Das sollte man aber immer selbst abschätzen, je nachdem, in welchem Land man lebt und vor allem wie die Postlaufzeiten sind.

Wenn man dann aus der Elternzeit geht, sollte man sich auch rechtzeitig um einen Job im Zielland bemühen, wenn man nicht schon einen hat oder in Deutschland angestellt ist. Aber wie man im Ausland Arbeit finden kann, das haben wir ja schon hier erklärt 😊

Du liest den Beitrag: In der Elternzeit auswandern – worauf muss man sich einstellen?