Wenn wir uns mit der Verwandtschaft in Deutschland unterhalte, dann stelle n wir immer wieder fest, dass wir um Längen besser wohnen als in Deutschland. Wir wohnen hier zwar wirklich ziemlich weit ab vom Schuss, aber deswegen fehlt es uns an nichts. Wenn wir etwas ganz dringend brauchen, dann können wir zehn Kilometer fahren und stehen in einem Laden, der alles bietet, was man braucht. Wie war das nochmal in Deutschland?

Ach ja, da konnten wir gleich in die nächste Stadt fahren und sind dort durch viele Geschäfte gehetzt und haben trotzdem nicht das bekommen, was wir eigentlich wollten. Wenn es mal was Besonderes sein durfte, dann mussten wir mindestens 30 Kilometer fahren und dort gab es auch immer nur das Gleiche.

Wir konnten hier unten, in Frankreich feststellen, dass man nicht viel zum Leben braucht, aber wir haben es auch einfach, dass man alles bekommt, was man möchte, wenn man sich ins Auto setzt. Hier gibt es nur ganz wenige Dinge, bei dennen man wirklich ein bisschen weiterfahren muss, weil der Wunsch vielleicht ein wenig spezieller ist oder man einfach Geld sparen kann. Ansonsten kann man hier in jeden Laden gehen und bekommt alles, was das Herz begehrt. Besonders aufgefallen ist uns das bei den hausgemachten Marmeladen. Gut nun ist es schon so, dass sie ein großer Vertrieb sind, aber (z.B.  Bonne Maman) haben immer noch gleich Qualität und man kann sie zu einem wirklich guten Preis erwerben. Sie sind wirklich in jedem Laden zu bekommen und wenn er auch noch so klein und einfach ausgestattet ist.

Besonders auffällig ist es auch bei der Versorgung der Kinder. Da unser kleinster nun noch nicht all zu viel essen kann, aber auch die Früchte im Winter nicht so reichlich zur Verfügung stehen, geben wir ihm gern ein Fruchtmus zum Nachtisch. Isst er wirklich gern und hier wird auch auf zusätzlichen Zucker verzichtet. Es ist einfach nur Frucht. Das Erstaunliche ist allerdings, dass ich das hier in jedem Laden bekomme und an jeder Ecke. Ich brauche keine Drogerie mehr, auch wenn es einem manchmal fehlt in einen Rossmann zu gehen. Aber ich kann in einem Geschäft alles bekommen und die Abteilungen sind wesentlich liebevoller und großzügiger eingerichtet.

In Deutschland war es so, dass wir uns ins Auto gesetzt haben und sind in eine andere Stadt weiter weg gefahren, dass wir mal was anderes sehen und das Einkaufen auch nicht nur eine lästige Pflicht war. Nun ist es so, dass man hier immer gern einkaufen geht. Der Laden wird immer umgestaltet, man findet sich aber immer noch gut zurecht und von Wühltischen sieht man hier auch nichts. Selbst wenn es sich um Artikel handelt, die wirklich nicht mehr allzu schön sind oder auch zweite Wahl. Sie werden richtig präsentiert und fliegen nicht einfach in der Gegend herum.

Und genau das ist das Leben was man sich wünscht, dass eine Pflicht nicht mehr wie eine Pflicht wirkt, weil man immer wieder mal was Neues sieht und vor allem, weil dort der Kunde wirklich noch der König ist und sich die Leute Mühe geben, dass man auch Spaß an einem Einkauf hat.

Viele Mütter werden wissen was ich (Franziska) meine. Man rennt in einen Laden, hat einen riesigen Zettel, rennt in alle Gänge holt es, an die Kasse und dann wieder raus. Hier habe ich auch einen Zettel, aber den lese ich dann meistens erst an der Kasse, weil das Angebot so variiert und weil man hier so schön einkaufen kann, dass sogar der Familieneinkauf für sechs Personen immer wieder ein Erlebnis ist.

Liebe Auswanderer genießt die kleinen Freuden, die euch der Tag bringen kann und schaut mal, wie in eurem Land ein Kunde behandelt wird. Man kommt und kauft ein. Die Menschen wollen einem aber was dafür bieten. Denn auch wenn man einkaufen muss, heißt das noch lang nicht, dass man nicht ein bisschen Gefühl dabei haben kann, dass man besonders ist und auch so behandelt wird.

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