Auch wenn man sich mit dem Auswandern einen Traum erfüllt, so lässt man zumeist Freunde und Familie in Deutschland zurück. Was vielen nicht leicht fällt. Besonders dann, wenn man eigentlich auch mal wieder feiern will oder auch wenn man einfach mal jemanden zum Reden braucht. Aber wie findet man die richtigen Freunde in der neuen Heimat?

Freunde finden ist ein weiter Begriff, denn es gibt Freunde mit denen man eben befreundet ist und es auch mal für ein Bier am Abend reicht und es gibt Freunde, die immer für einen da sind. Man schwimmt auf einer Wellenlänge und kann auch spontan mal die Kuh fliegen lassen. Nun haben sich Social Media (z. B. Facebook & Twitter) und Co. Inzwischen sehr in unser Leben gedrängt und es ist nicht schwer, dass man neue Leute findet. Überall gibt es Gruppen von Deutschen, die sich in einem bestimmten Land untereinander verständigen oder Gruppen in denen auch sehr viele in der gleichen Region leben. Mit ihnen kann man dann Kontakt aufnehmen und schreiben.

Aber warum denn nur schreiben, warum trifft man sich nicht einfach mal? Es gibt sogar die Möglichkeiten von Treffen, bei denen verschiedene Sprachgruppen aufeinandertreffen (z.B.: die Organisation Blabla Language Exchange).

Auch wenn es um Kinder geht, gibt es immer wieder deutsche oder mehrsprachige Krabbelgruppen in der Nähe. Warum sollte man das nicht nutzen?

Mir selbst ist es passiert, dass ich am Abend nach der Geburt meines Sohnes im Krankenhaus lag. Jonas war zu Hause bei unserer Tochter und der kleine Mann schlief friedlich neben mir in seinem Bettchen. Also nahm ich mein Handy und schaute ein bisschen auf Facebook. Dort fand ich die Anzeige einer Spanierin, die viele Jahre in Deutschland gelebt hatte und jetzt ganz in meiner Nähe. Sie wollte die deutsche Sprache nicht vergessen und deshalb mit Deutschen Kontakt haben. Wir schrieben einen Abend und am nächsten Tag stand sie spontan bei mir im Krankenhaus um mich zu besuchen. Seitdem haben wir immer mal wieder tollen Kontakt und haben uns gegenseitig besucht.

Oder auch eine andere Frau in meinem Alter, die nach Kontakten suchte. Ihr Mann begann bei Airbus in Toulouse und sie war mit der kleinen Tochter allein daheim. Spontan trafen wir uns und haben auch jetzt immer noch Kontakt.

Das lustigste, was ich bis jetzt erlebt hatte, war eine Anzeige, die ich auf Leboncoin entdeckte. Zwar haben wir ausreichend Katzen, aber nur eine von denen war im Stande dazu Mäuse zu fangen. Wir brauchten also noch einen Mäusefänger. Und schon wurde ich von einer Frau angeschrieben, die erst einmal auf Französisch antwortete. Dann wurde ihr bewusst, dass ich Deutsche bin und eine Woche später trafen wir uns.

Man sollte jede Möglichkeit nutzen. Wir haben in der Nähe einen deutschen Bücherflohmarkt. Auch hier kann man viele Kontakte knüpfen. Aber auch alle anderen Veranstaltungen, die in der Umgebung sind sollte man besuchen. Rummel, Feten oder was auch immer. Man wird schneller Menschen finden, mit denen man sich versteht, als man denkt. Auch der Gang zum Frisör oder zur Massage kann hilfreich sein. Die meisten Menschen in anderen Ländern sind sehr Kontaktfreudig und man sollte etwas die oftmals deutsche Unterkühltheit ablegen und offen auf die Menschen zugehen.

Persönlicher Kontakt ist der Beste und vor allem sollte man keine Angst haben, dass man die sprachliche Barriere zwischen sich hat. Es ist viel leichter als man denkt, denn die Menschen haben einen so kennengelernt und man wächst an seinen Aufgaben immer ein kleines Stückchen mehr.