Ihr seid ins Ausland ausgewandert und nun habt ihr ein Baby zu Hause oder auch schon ein Kind mitgebracht. Was macht man nun mit der Sprache? Wir hoffen, dass wir euch ein bisschen helfen können.

Erst einmal vorweg. Kinder lernen wesentlich leichter Sprache als wir, die alten Eltern. Kinder machen noch keine Unterschiede zwischen den Sprachen und nehmen sie unkomplizierter an, als wir. Daher sollte man immer darauf achten, dass die Kinder viel Kontakt mit gleichaltrigen haben.

Vielleicht habt ihr das schon mal im Urlaub beobachtet. Wir stehen ein bisschen verunsichert in der Gegend herum und warten darauf, dass wir wieder gehen können. Wir verstehen kein Wort und das bisschen, was wir uns über den Langenscheidt Sprachkurs beigebracht haben, reicht nicht mal um einen Kaffee zu bestellen.
Kinder hingegen, je kleiner, umso besser, treffen sich am Strand. Sind zwei unterschiedliche Nationalitäten und sprechen auch nicht die gleiche Sprache. Vollkommen egal. Denn sie verstehen sich trotzdem und spielen einfach miteinander. Ganz einfach, ohne viel Umstände.

Und so wird es auch, wenn ihr auswandert. Wenn eure Kinder schon in der Pubertät sind, dann können sie die Sprache immer noch schnell lernen und sich gewöhnen, aber in den meisten Fällen sind sie einfach nur vollkommen angeätzt, dass sie dahin ziehen mussten.
Richtig könnt ihr es nie machen, aber wir machen es zum Beispiel so. Unsere Kinder lernen Deutsch als Muttersprache. Das ist die erste Sprache, die sie lernen. Aber auch wenn der Nachbar kommt oder wir unterwegs sind, dann sprechen wir mit den Menschen französisch und so bekommen sie das auch gleich mit. Ebenso achten wir darauf, dass wir Spielzeug haben, dass nicht nur Musik macht, sondern auch französisch spricht. So geht es ganz einfach, dass sie mit anderen auch zurecht kommen.

Wir haben hier in Frankreich eine Bekannte, da ist es sehr verwirrend. Sie ist Spanierin, hat in Deutschland gelebt und der Vater der Kleinen ist Engländer. Am Anfang hat sie deutsch mit ihr gesprochen, dann später nur noch spanisch und mit Papa nur englisch. Und französisch? Die Kleine soll es lernen, wenn sie in den Kindergarten geht, dann geht es am besten, weil wir alle mit unserem Behelfsfremdsprachenkenntnissen, bringen es ihnen nur falsch bei und das würde dann Schwierigkeiten machen. Sie sollen es von einem Muttersprachler lernen und dann gibt es da auch keine Probleme.

Und nun sehe ich (Franziska) in eure Augen und sehe eine Mischung aus Skepsis und Verzweiflung. Die Skepsis darüber, dass es wirklich so klappen soll und die Verzweiflung aus dem Grund, dass wir einfach zu alt zum Lernen sind. Auch wenn wir uns Stundenlang hinsetzen. Bei uns kommt nie das zu Stande, was Kinder in nur wenigen Minuten lernen. Keine Sorge, so geht es uns auch. Wir werden nunmal alt und deswegen hocken wir ja auch abends um zehn vollkommen erschöpft auf der Couch, während unsere Kinder immer noch Bäume ausreisen.

Keine Sorge, das ist der Lauf der Welt und wenn man den Kindern immer zur Seite steht und ihnen hilft, dann kann man sich auch von ihnen helfen lassen. Denn sie können bald besser reden, als man selbst und bringen einem spielerisch alle Vokabeln und Ausdrücke bei, die man kennen muss.
Lustig wird es allerdings, wenn sie in einer anderen Sprache fluchen können und wir als Eltern verstehen kein Wort. Aber lieber so, als gar nicht.