Wenn dein Kind selbstständig wird, dann tut das einem Elternherzen sehr weh. Denn auf einmal ist Mama oder Papa nicht mehr die wichtigste Person im Leben. Sie können schon vieles allein und wollen auch mal allein spielen. Alles, was man sich als Mutter oder Vater in den letzten Wochen und Monaten gewünscht hat, dass man einfach mal eine halbe Stunde auf der Couch sitzen kann und man nicht gleich wieder aufrennen muss, dass man einfach mal die Beine hochlegt, das macht einen nun traurig.

Lasst euch eines gesagt sein, Kinder werden ganz schnell groß und genießt jede Sekunde mit ihnen, aber ganz allein sein können sie eben dann doch noch nicht. Jedes Kind hat in den ersten Jahren der Selbstständigkeit einen Bezugspunkt. Das ist meistens ein besonderes Spielzeug, Tuch oder Kuscheltier. Das muss überall mit hin und wenn es mal verloren gehen sollte oder man es vergessen hat, dann geht die Welt unter.

Heute möchten wir euch erzählen, welche kleinen Helden unsere Kinder in ihrem Leben haben.

Unsere Tochter

Wir sind zum ersten Mal Eltern geworden und wollten nicht, dass es unserer Tochter an irgendetwas mangelt. Spielzeug und Plüschtiere hatten wir ohne Ende und alles wurde mal genommen, aber nur eine Sache faszinierte sie von Anfang an. Wir hatten günstig ein Mobile von Winnie Pooh bekommen. Dort waren kleine Plüschtiere angehängt. I-AH, Winnie, Tigger und Ferkel, die sich zur Musik drehen. Nun gut, wenn unsere Tochter mal wieder ihre bockige Zeit hatte oder auch abends zum Schlafen machten wir das Mobile an und sie verfolgte die Tiere mit einem interessierten Blick. Irgendwann stellten wir fest, dass sie I-Ah, den Esel sehr spannend fand. Ihre Augen folgten nur noch ihm.

Dann waren wir mal wieder auf einem Kinderflohmarkt. Und da gab es eine reiche Sammlung an Winnie Pooh Tierchen. Mitten in der Gruppe saß ein I-Ah, der wohl eigentlich dazu da war, dass man in ihm eine Wärmeflasche verstecken konnte. Ziemlich groß und hatte einen Klettverschluss am Rücken.

Wenn das Kuscheltier zum Helden wird

Ich (Franzisa) nahm ihn hoch und zeigte ihn meinem Mann. Unsere Kleine war dabei und hatte gerade das Sitzen gelernt mit ihren sechs Monaten. Sie sah den Esel und sprang bald aus dem Wagen. Für drei Euro war er unser und von diesem Moment an der Freund fürs Leben für unsere Tochter. Egal, wo es hingeht, I-Ah muss immer dabei sein. Zum Schlafen , zum Einkaufen, im Urlaub. Er ist der beste Freund, den man sich wünschen kann. Wenn sie in eine fremde Umgebung kommt, dann hat sie ihn fest im Arm, wenn sie krank ist oder brechen muss, dann nimmt sie ihn fest in den Arm und schläft erschöpft auf ihm ein. Inzwischen hat sie es schon raus, dass sie, wenn sie mal brechen muss, den Esel bei Seite schmeißt und ihn dann wieder nimmt, wenn sie fertig ist. I-Ah ist eben immer für Sie da.

Denn sie weiß, wenn er dreckig wird, dann muss er in die Waschmaschine für eine halbe Stunde und das kann sie kaum ertragen,wenn sie gesund ist. I-Ah wird überall mitgenommen und ist so groß, wie unsere Tochter mit ihren zwei Jahren. Er hat schon viele Wäschen überstanden und hat nicht einen Schaden. Keine Naht ist offen und auch sonst geht es ihm gut. In den Trockner oder auf die Wäscheleine darf er nicht, sie nimmt ihn so wie er ist wieder aus der Waschmaschine und lässt ihn neben sich trocken.

Unser Sohn

Er ist noch sehr klein mit seinen neun Monaten, doch auch er hat schon seinen Fels in der Brandung gefunden. Einen Tigger. Der gute ist aber so unpraktisch, dass er mit seinem breiten Plüschhintern immer mal wieder aus dem Wagen fällt und deswegen oben sitzen muss. Unser Sohn braucht ihn aber jetzt mehr und mehr. Am Anfang war er nur zum Schlafen gut genug, aber nun wo er sitzen kann, muss auch Tigger immer dabei sein. Er wird geknuddelt und an gesabbert. Überall muss auch Tigger sein. Dann hat er keine Angst.

Selbst wenn wir noch essen und er fertig ist, dann macht er den wenigsten Terror in seinem Stuhl, wenn Tigger nicht da ist. Auch wenn Mama und Papa noch wichtig sind, gegen die Freunde unserer Kinder kommen wir nicht an.

Allein, wenn wir mal die Kinder mit Oma und Opa mitgeben, dann wissen wir, dass den Kindern nichts passiert, aber es ist wichtig, dass sie auch auf Tigger und I-Ah achten. Denn wenn die verloren sind, dann sind unsere Kinder nicht nur traurig, sondern auch tief verletzt. Freundschaften sollte man pflegen. Und wenn Kinder solche Freunde haben, dann lernen sie den Wert der Freundschaft und der Treue kennen.

Sie sind füreinander da und passen auf sich auf. Zusammen entdecken sie die Welt und machen gemeinsame Erfahrungen. Ich bin froh, dass sie ihre Bezugstiere gefunden haben und es würde mir nie im Traum einfallen, mal keine Acht auf sie zu geben, denn dieser Verlust wäre nur schwer zu verkraften.

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