Wir sind mit vier Katzen ausgewandert, die alle im Auto untergebracht werden mussten und wir so auch ein bisschen mehr Platz brauchten. Es stand ein Katzeklo da, dass sie auf Toilette konnten und in den Pausen gab es Futter und Wasser. War schon kein einfaches Unterfangen, aber die Krönung war unser Auspuff. Der war locker und der kleine Dreitürer klang wie ein Sportwagen mit 500PS.

In diesem Auto saßen wir, ich hochschwanger, und vier Kater im Alter von drei Jahren bis 12 Wochen. Auch wenn wir auf das Wohl der Katzen geachtet haben, muss ich sagen, dass ich das nie wieder freiwillig machen würde auch wenn es alle hervorragend überstanden haben, denn es ist trotzdem anstrengend für alle.

Tiere müssen, wenn sie aus dem Land gebracht werden, alle notwendigen Impfungen nachweisen, die im Impfpass stehen. Man sollte dafür den Tierarzt rechtzeitig aufsuchen, da eine Impfung meistens nicht ausreicht und nachgeimpft werden muss. Der Tierarzt kann einen umfangreich aufklären, was notwendig ist, wenn man ihm das genaue Ziel und die Dauer des Aufenthalts nennt.

Es kann auch möglich werden, dass ein Gesundheitszeugnis notwendig ist, besonders bei besonderen Tierarten oder Rassen. Andernfalls kann es passieren, dass die Tiere in Quarantäne genommen werden und man sie erst später wieder holen darf. Das passiert auch, wenn die Tiere nicht gechipt sind.

Für den Transport ist es wichtig, dass die Tiere alles haben, was sie brauchen. Wasser und vor allem ausreichend Platz in einer Transportbox die entsprechend gesichert ist. Wenn man sehr lange unterwegs ist, dann sollte man immer wieder Pausen machen und mit ihnen nach draußen gehen oder aber die Box säubern, wenn sie doch mal mussten. So kann man auch vermeiden, dass sie krank werden.

Wer weiß, dass die Tiere eine Reise schlecht vertragen, sollte Reisetabletten haben, damit sie schlafen oder aber nicht brechen müssen.

Muss man ins Flugzeug, dann sollte der Transport nicht nur angemeldet sein, sondern man braucht auch stabile Boxen oder man bekommt eine am Flughafen. Besonders dann, wenn kleine Tiere in der Kabine mit befördert werden, muss der Käfig stoßsicher sein. Daher sind Stoffboxen nicht sehr geeignet.

Im Vorfeld sollte man auf jeden Fall wissen, wie Tier auf die Reise reagiert und vor allem, dass man sie auch darauf vorbereitet. Wichtig ist, dass man immer ihr Spielzeug oder etwas mit dem Geruch von Zuhause dabei hat, dass sie keine Angst haben und das auch im neuen Zuhause gleich wieder ausgelegt wird, dass die Veränderung nicht zu groß ist.

Ist man dann angekommen, sollte man sich schnell um einen Tierarzt bemühen, dass man immer einen Ansprechpartner in der Nähe hat, wenn es zu Diskrepanzen kommt.

Besonders wichtig ist der Besuch beim Tierarzt, wenn man das Land mit Rassetiere oder Pferden verlässt. Hierbei sollte man darauf achten, dass nicht nur alle Papiere vorliegen, sondern man muss sich im Zielland vom ansässigen Tierarzt dann auch bestätigen lassen, dass einem das Tier gehört und das mit dem Tier alles in Ordnung ist. Bei einem Pferd sollte das schnellstmöglich passieren, aber auch bei anderen Exoten oder großen Tieren.




-Anekdoten aus alten Zeiten –

Meine Eltern haben sehr viele Reisen unternommen und hatten auch das Privileg bereits noch zu Zeiten des geteilten Deutschlands vom Westen in den Osten zu reisen und auch wieder zurück. Dabei wollten sie einmal nach Polen fahren und wurden entsprechend an der ostdeutschen Grenze angehalten. Sie wussten um die Einreisebestimmung auch für Tiere und hatten alle notwendigen Unterlagen dabei. Dennoch sollte der Hund nicht über die Grenze kommen. Warum? Der Tierarzt hatte die Hunderasse eingetragen und auch dessen Gesundheit bestätigt, aber es stand nicht ausdrücklich in diesem Dokument, dass es ein Hund war. Trotz, dass der Hund dabei war und man ihn auch sehen konnte. Es sollte kein Weg hineinführen. Dennoch hat sich die Grenzerin erweichen lassen und rang meinem Vater das Versprechen ab, dass er zu Hause als erstes diesen Nachtrag erledigen sollte.

Wie genau man es mit den Bestimmungen nahm, konnten sie dann erleben, als die nach Tunesien reisten. Sie setzten mit der Fähre über und mussten dann an der Grenze die entsprechenden Visa ausfüllen, dass sie das Land betreten konnten. Sie sollten auch beim Tierarzt vorstellig werden, da sie ja einen Hund dabeihatten. Witzig war nur, dass der Hund dazu nicht mit hinmusste. Sie mussten beim Tierarzt die Unterlagen und den Impfausweis vorlegen und schon erhalten sie eine Genehmigung, dass der Hund ein Hund war und das Land betreten konnte. Mit Zahlung einer entsprechenden Gebühr war auch hier alles erledigt.

So kann es eben auch laufen, aber man geht immer auf Nummer sicher, wenn man sich im Vorgang umfangreich informiert, was alles gemacht werden muss und gemacht wird. Ist es dann im Endeffekt einfacher und anders, dann hat man eben Glück gehabt.

Man sollte auch wissen, ob das Tier im neuen Land angemeldet werden muss und ob Steuern für ihn anfallen. Das erfährt man in der Regel über den Tierarzt oder die Stadt, wie dies gehandhabt wird.

Nicht zu vergessen ist eine Versicherung. Tiere in einer neuen Umgebung kommen immer mal wieder auf lustige Ideen und sind auch mal schnell verschwunden. Wenn sie dann Schaden anrichten, sollte dies abgesichert sein, dass man nicht mit unnötigen Kosten zu rechnen hat.

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