Wenn es für die Kinder an der Zeit ist, dass sie in die Schule kommen, dann ist das nicht nur für uns Eltern ein großer Schritt, sondern auch für die Kinder ein wahres Fest. Sie lernen eigenständiger zu werden und vor allem lernen sie, dass sie auch selbst mit ihrem Leben zurecht kommen können. Aber was passiert, wenn die Kinder nun mit ins Ausland gekommen sind und die Schule beginnt? Der Anfang ist nicht leicht, aber das sollte einem keine Angst machen.

Wir können nun noch nicht viel darüber berichten, da unsere Kinder selbst ja noch sehr klein sind, aber da wir uns entschieden haben in Frankreich zu leben, sind unsere Kinder auch schon mit drei Jahren verpflichtet in die Schule zu gehen.

Schulsysteme im Ausland

Das klassische Schulsystem, dass in Deutschland existiert, ist nicht in allen Ländern gewollt und viele Länder fahren einen anderen Kurs, der sich dort bewährt hat. Daher sollte man sich auch vorher genau informieren, was dieses Schulsystem vom Deutschen unterscheidet. Wichtig dabei ist, dass die meisten Länder schon Ganztagsschulen haben. Hierbei ist der Vorteil, dass die Kinder ihre Hausaufgaben mit viel Unterstützung auch in der Schule machen und wenn sie am Nachmittag nach Hause kommen, dann haben sie auch die entsprechende Freizeit. Die kommt leider in Deutschland immer mehr zu kurz, weil neben Hausaufgaben auch noch Vorträge oder Nachhilfestunden durch die Eltern anstehen. Wir persönlich müssen sagen, dass uns an Deutschland der ein oder andere Lernansatz der Schulen gestört hat und vor allem ist es kritisch, dass sehr viele Schulen in unterschiedlichen Bundesländern auch unterschiedliche Ziele verfolgen. Somit entsteht ein gewisser Unterschied zwischen den Ausbildungen.

In den USA ist es auch gut zu sehen, dass das Schulsystem, wie auch in Frankreich ein bisschen anders aufgebaut ist. Die Kinder gehen bis zur achten Klasse in ein und die selbe Schule. In Frankreich besteht die Schulpflicht schon ab erreichen des dritten Lebensjahres, allerdings werden sie auch nur eingeschult, wenn sie schon zur Toilette gehen und sauber sind. Dabei darf man sich das Ganze aber nicht wie eine Schule im bekannten Sinne vorstellen, sondern die Maternelle ähnelt mehr einem Kindergarten und einer Vorschule. Allerdings können hier die Kinder bereits den Umgang mit anderen Kindern erlernen und vor allem die sozialen Kompetenzen schulen. Wenn man das mal aus der deutschen Sicht betrachtet, dann ist es in Deutschland so, dass Kinder nicht in den Kindergarten gehen müssen und es ist auch teilweise sehr schwer einen geeigneten Platz zu finden. In Frankreich besteht die Pflicht für alle und damit bekommt auch jedes Kind einen Platz.

Wie läuft das mit der Sprache?

Wir als Eltern sollten uns einem bewusst sein. Wir sind alt. Ja und das kann man leider nicht von der Hand weisen. Wir stehen da und können es kaum fassen, was alles auf einen einprallt. Schauen wir dahingegen unsere Kinder an, dann fällt es ihnen sehr leicht eine neue Sprache zu lernen. Dabei kann man sich an den Grundsatz halten: Je jünger die Kinder, umso leichter ist es für sie.

Kinder machen noch keine Unterschiede zwischen den Sprachen, wenn sie sie erlernen. Es ist für sie selbstverständlich, dass sie mit anderen Kindern zusammen sind, die nicht so sprechen wie sie. Und so lernen sie auch die neue Sprache schneller, als wir uns das denken.

So ist es auch bei uns. Wir haben noch nicht sehr viele französische Kontakte und sind auch sehr froh, wenn wir weiterhin in unserer Muttersprache reden können, aber wenn unser Nachbar zu Besuch kommt oder auch unterwegs mal ein Gespräch entsteht, dann lernt auch unsere Tochter automatisch mit. Und so kann es schon mal sehr schnell passieren, dass unsere Große ein Wort raushaut, dass wir ersteinmal gar nicht verstehen, bis wir dann umschalten und merken, dass es etwas Französisches ist.

Wir wissen jetzt schon, dass es mal sehr schnell gehen wird, dass unsere Tochter mehr auf der Kirsche hat als wir.

Eine Bekannte von uns ist Spanierin und hat einen englischen Mann. Sie haben viele Jahre in Deutschland gewohnt und mussten dann auch berufsbedingt nach Frankreich ziehen. Sie haben eine kleine Tochter und mit ihr haben sie zu Beginn deutsch und englisch gesprochen und nun sprechen sie englisch und spanisch mit ihr. Wir haben sie gefragt, wie sie das dann macht, wenn die kleine in die Schule muss. Und auch sie meinte daraufhin, dass man sich keine Gedanken machen müsse. Die Kinder lernen das von selbst. Und damit sollte sie auch Recht behalten, denn die Erfahrungen zeigen, dass Kinder sich sehr schnell anpassen und lernen was notwendig ist.

Und so hoffen auch wir, dass unsere sprachlichen Mängel auch nicht mehr so lang existent sind, denn unsere Tochter hat ein ziemlich gesundes Selbstbewusstsein und wird uns schon korrigieren. Und das seeehr oft 😊.

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