Wir wissen in diesem Fall wirklich sehr genau wovon wir reden. Wir waren in Deutschland immer die kühlen Temperaturen gewöhnt und auch die Sommer waren zum Aushalten. Dann sind wir ausgewandert und auf einmal haben wir nicht mal mehr Schnee.

Wenn es zu heiß erscheint!

Das wichtige ist zunächst, dass man sich nicht mental darauf versteift, dass es sehr warm werden könnte. Denn genau diese Einstellung ist in den meisten Fällen das Problem, dass man alles als sehr extrem ansieht. Als wir das erste Mal in Frankreich waren, war es September und wir hatten uns eigentlich schon auf den Herbst eingestellt, aber in Südwestfrankreich, war noch der blanke Sommer. Aber eines konnte man wirklich nicht behaupten. Es war zwar sehr warm, aber man schwitzte nicht so wie in Deutschland. Die Luft war viel mehr von den angrenzenden Meeren beeinflusst und somit auch um einiges trockener. Dazu kam immer ein lauer Wind. Wir waren selbst überrascht wie schön das doch eigentlich war. Dann sind wir runtergezogen und schon war alles nicht mehr so schön. Es waren über 40 grad und auch in der Nacht stand die Hitze im Schlafzimmer.

Allerdings war Franziska auch schwanger und da war ihr eh alles zu warm. Als unsere Tochter dann im Oktober auf die Welt kam, hatten wir mitunter noch 30 Grad am Tag und auch in der Nacht war es nicht wirklich kalt. Dazu kam über zwei Monate nicht ein Tropfen Regen. Wir hatten es nicht schlecht erwischt, aber Franziska merkte auch, wie sich ihr Körper durch die Schwangerschaft verändert hatte.

Ein normaler Körper passt sich etwa innerhalb von vier Wochen an seine neue Umgebung an. In diesem Zusammenhang musste Sie die Anpassung mit jeder Schwangerschaft wieder durch machen, denn selbst im Winter war es Ihr in der Schwangerschaft noch viel zu warm.
Allgemein kann man aber sagen, dass man sich mit der Wärme arrangieren kann und da unsere Kinder es nicht anders kennen, haben sie auch kein Problem damit.,

Aber wie muss es sein, wenn man in kalte Gebiete zieht?

Das können wir uns nicht vorstellen, da wir uns ein südlicheres Ziel gesucht haben, aber man muss auch ganz ehrlich sagen, dass wir nicht in den Norden gewollt hätten. Wenn einem immer nur kalt ist und auch die Winter hart sind, dann muss man schon eine wahre Begeisterung für das Land und das Leben dort haben. Wir möchten im Sommer in der Sonne sitzen und auch mal Baden gehen, aber dazu sind eben 20 Grad nicht viel. Wir persönlich kann es uns nicht vorstellen, aber es ist für viele die Erfüllung, weil sie mit hohen Temperatur nicht gut zurecht kommen.

Was ist wenn man mit der Umstellung Probleme hat?

Mit dem Wetter hat man immer mal seine Probleme, aber die Umstellung am Anfang ist für manche nicht leicht. In diesem Fall sollte man unbedingt darauf achten, dass man den Kreislauf schont, aber die freie Natur nicht meidet. Nur wer sich viel an der Luft und auch draußen bewegt, gibt dem Körper die Chance, dass er sich anpassen kann.

Dazu gehört aber auch, dass man ausreichend Ruhephasen und auch das ein oder andere Nickerchen einplant, denn nur so kann man dann auch dem Körper die Kraft geben, die er braucht.
Wirklich schwere Arbeiten sollte man erst dann machen, wenn man sich gut fühlt und man sich auch an alles gewöhnt ist. Wichtig ist dabei, dass man immer ein bisschen auf sich hört und Anzeichen nicht missachtet. Man sollte viel Trinken und vor allem mit der Ernährung ganz normal weiter machen. Dann kann man die besten Grundlagen schaffen.

Winter ist nicht gleich Winter

Klar im Sommer kann es auch ganz schön heiß werden, aber wir müssen von einem Winter erzählen, indem man gemerkt hat, dass wir ganz schnell auf die neue Klimazone eingestellt waren. Es waren 11 Grad in der Nacht und etwa 16 Grad am Tag. Da sind wir mit Jacken herumgerannt und haben so gefroren, dass wir den Ofen anmachen mussten.
Das Jahr davor als wir nur zu Besuch waren, saßen wir bei den gleichen Bedingungen draußen im T-Shirt und haben gegrillt.

Das war für uns ein beeindruckender Vergleich.
Aber auch wie die Franzosen auf einen plötzlichen Winter reagieren. In der Gegend, wo wir wohnen kann es passieren, dass aller paar Jahre mal ein bisschen Schnee über Nacht fällt, der dann spätestens mittags wieder verschwunden ist. Passiert das bei uns, dann steht das Leben still. Keiner geht mehr auf Arbeit, die Schulen sind geschlossen und auch die Post kommt nicht mehr. Da liegen keine 2cm Schnee auf der Straße. Wiederum keine 80km weiter in den Pyrenäen geht es ganz schnell anders, dass der Schnee meterhoch liegt und trotzdem das Leben noch ganz normal weiter geht.

Wir haben von einem Bekannten erfahren, der zufällig deutscher ist, dass er im letzten Winter beschlossen hat, dass er bei vereisten Strassen auch nicht mehr auf Arbeit geht. Er arbeitet bei Airbus und am Morgen war ein bisschen Eis oder Schnee auf der Strasse. Das ist für die Kollegen der Anlass zu Hause zu bleiben, weil zu viel passieren kann und so macht er es jetzt auch. Für ihn stellt die Fahrt kein Problem dar, aber allein auf Arbeit sein, das ist auch nicht produktiv.

Winter wird nicht überall gleich gesehen, aber der Sommer auch nicht. Von daher muss man immer ein bisschen entspannt sein und es auf sich zukommen lassen und dann kann man sich schneller damit arrangieren als man dachte.

 

Allerdings würde es uns wirklich Interessieren wie man sich an Kälte gewöhnen kann. Also wenn Ihr in einem kalten Land lebt, lasst uns doch einen Kommentar hier wie Ihr das macht. Wir freuen uns 😊.

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